Frank Steinert stellt die aktuellen Projekte der Wirtschaftsförderung vor

Die aktuellen Veränderungen in der Ludwigsburger Wirtschaft standen am Anfang des Vortrages von Frank Steinert, langjähriger Wirtschaftsförderer in der Stadt Ludwigsburg im Ratskeller.

 
Waren noch 1985 43% aller Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe und der Landwirtschaft angesiedelt, hat sich dieser Anteil bis heute auf weniger als die Hälfte reduziert. Die Firmen Ludwigsburger Maschinenbau/Burr, Hestika, Wagner+ Keller, Hüller-Hille-Thyssen sind nur einige Namen, die heute nicht mehr am Markt sind.
Dennoch hat sich die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten – ohne 400,- Euro-Job – von knapp 38.000 (1985) auf die neue Rekordmarke von über 45.000 (2012) gesteigert.

 
Von den knapp 7000 Gewerbebetrieben in der Stadt bezahlen 1.600 Gewerbesteuer. Diese Unternehmen haben 2012 ein Rekordergebnis erwirtschaftet und der Stadt Ludwigsburg zu den höchsten Gewerbesteuereinnahmen von über 74 Millionen Euro verholfen. Ludwigsburg ist dabei in der glücklichen Lage, dass allein 40% der Gewerbesteuer konstant
von den 10 größten Firmen in den städtischen Haushalt bezahlt werden. Eine solide Basis also für die weitere Entwicklung der Stadt.

 
Nach Frank Steinert steht für das Team der Ludwigsburger Wirtschaftsförderung die Betreuung und Unterstützung der in Ludwigsburg ansässigen Firmen bei Veränderungen am Bestand im Vordergrund der täglichen Arbeit. Aus dem Kreis der Besucher wurde allerdings die Frage eingeworfen, ob dies auch für kleine Familienbetriebe und die Werkstattsuche lokaler Handwerker zutrifft. Mit der Neuansiedlung von Firmen wie Lappkabel sowie Hahn und Kolb im Gewerbegebiet der Weststadt kann die Wirtschaftsförderung darüber hinaus in den letzten Monaten namhafte Erfolge vorweisen. Allerdings musste Herr Steinert einräumen, dass derzeit der größte verfügbare Gewerbebauplatz keine 2 ha hat. Hier besteht dringend Handlungsbedarf, um auch zukünftig innovative Firmen mit neuen Arbeits- und Ausbildungsplätzen durch gute Angeboten nach Ludwigsburg holen zu können.

 

Bei aller Zustimmung für die Arbeit von Frank Steinert und der Wirtschaftsförderung in Ludwigsburg auch aus der zahlenmäßigen stark vertretenen Fraktion der Freien Wähler, kam an diesem Abend auch wiederholt hartnäckige Kritik aus dem Kreis der Besucher, die vor allem die Geschäfte in der Schiller- und der Leonberger Straße als die großen Verlierer der Ludwigsburger Stadtentwicklung sehen und zukunftsfähige Konzepte vermissen.

 
Die aktuelle Entwicklung in der Eberhardstraße zeigt, dass es vor allem die „Ränder der Innenstadt“ sind, die mit breiten Gehwegen und lokalen Händlern statt Filialisten den individuellen Charme der City von Ludwigsburg ausmachen können. Der größte Erfolg für die Ludwigsburger Innenstadt kann in Kürze die Revitalisierung des
Marstall-Centers werden. Noch scheint nicht alles in trockenen Tüchern, aber mit der ECE ist ein professioneller Partner im Boot, der schon mehrfach unter Beweis gestellt hat, wie derartige Projekte erfolgreich am Markt platziert und betrieben werden. Der Bedarf an größeren Verkaufsflächen für ein vielfältiges Angebot ist mit Sicherheit vorhanden, auch wenn in einigen Branchen der Internethandel zu einem stark reduzierten Flächenbedarf führt
und die Zeit der klassischen Kaufhäuser mit Haushaltswaren vorbei ist.

 
Die anwesenden Gäste, darunter auch Nachbarn und Geschäftsleute der City, brachten zum Schluss ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass die Neugestaltung des Umfeldes mit Fördergelder in 2 Jahren attraktive, vielfältig nutzbare Stadträume entstehen lässt und die Anzahl der Spielhöllen im Bereich der unteren Stadt damit nachhaltig reduziert werden.

 
Ludwigsburg, 24.04.2013
/JZ

 

 

 


Druckansicht dieses Artikels Druckansicht dieses Artikels
    • 22.09.2018
    Bürger-Radtour (Treffpunkt Marktplatzbrunnen)
    • 28.09.2018
    3. Kandidatentreffen
    • 08.10.2018
    Bürger-Dialog Thema: ZIEL
    • 09.11.2018
    Mitgliederversammlung
    • 12.11.2018
    Bürger-Dialog Thema: Finanzen
    • 10.12.2018
    Bürger-Dialog Weihnachtsmarkt