Eine echte Bürgerdiskussion mit Betroffenen und Interessierten fand kürzlich beim kommunalpolitischen Stammtisch der Ludwigsburger Freien Wähler im Ratskeller statt. Anwesend waren, neben den Stammtischgästen, auch die betroffenen Grundstücksnachbarn Sachse und Schneider aus der Gartenstraße.

Nach der Begrüßung, stellte stellvertretender Ortsverbandsvorsitzender Jochen Zeltwanger, von Beruf Architekt, einen Fakten-Check über den bisherigen Bauverlauf vor, den die anwesenden geschädigten Grundstücksnachbarn bestätigt und ergänzt haben. Es stellte sich dabei heraus, dass für den Aushub der Baugrube – trotz bekanntlich sehr schwierigem Baugrund – eine wenig verwindungssteife Verbauart für den Neubau der Stadt Ludwigsburg ausgewählt wurde. Nach den entstandenen Gebäudeschäden an den direkt angrenzenden Nachbargebäuden wurde die Rückverankerung deutlich erhöht, doch letztendlich musste über mehrere Tage die Schreinerei geräumt werden, da für die Standsicherheit während den Baumaßnahmen auf dem angrenzenden Grundstück der Mensa nicht garantiert werden konnte.

 
Da sich die betroffenen Eigentümer Sorgen um ihre Gebäude und auch berufliche Existenz machen mussten, fand Anfang Dezember ein „Nachbargespräch“ mit der Stadtverwaltung statt.
Nach dem Gespräch hätte sich laut den Nachbarn aber herausgestellt, dass die Stadt, ohne Erwähnung im Nachbargespräch, eine sog. Schutzschrift an das Gericht sandte. Hintergrund für diese Vorgehensweise ist die mögliche Verhinderung einer einstweiligen Verfügung mit Baustopp für die Bauherrin Stadt Ludwigsburg ohne Anhörungstermin. Dieses Vorgehen hat das Vertrauen der Grundstücksnachbarn aufs Tiefste erschüttert, hatten sie zu diesem Zeitpunkt noch auf eine gemeinsame Lösung ohne Rechtsanwälte vertraut. Die Folge war, dass man vor Gericht gezogen ist. Bei der mündlichen Verhandlung einigte man sich auf die Bestellung des unabhängigen Gutachters Prof. Vees. Dies hatte die Stadt zu einem früheren Zeitpunkt abgelehnt. Auf den vom Hochbauamt für Ende Januar 2014 zugesagten Vorschlag zur Sanierung der Risse und Setzungen warten die Betroffenen noch immer.
Einhellig bestand die Auffassung bei den Diskutanten, dass das eigentliche Problem dieses Vorfalls ein Kommunikationsproblem zwischen Stadt und den betroffenen Bürgern ist, was auch von der Öffentlichkeit stark wahrgenommenen wurde. Bei vielen Bürgern ist ein Vertrauensverlust gegenüber der Stadt entstanden. Es sei eben ein Unterschied, so ein Diskussionsbeitrag, wenn die Bauherrin Stadt ein Bauproblem mit Grundstücksnachbarn und Bürgern regelt oder private Akteure Probleme aufeinandertreffen.

 
Fraktionsvorsitzender Roland Glasbrenner informierte die Anwesenden über einen Antrag der Freien Wähler an die Stadtverwaltung. Danach soll die Stadt in der Sache Mensaneubau die Kosten für Gutachter und Reparaturen an den beschädigten Nachbargebäuden vollständig zu übernehmen.

 

Hintergründe zum Thema

LKZ vom 31 . Januar 2014 – Sachverständiger vor Ort

LKZ vom 01. Februar 2014 – Nervenkrieg an der Baugrube

LKZ vom 04. Februar 2014 – Weiterbau mit Auflagen

LKZ vom 08. Februar 2014 – Willkür? – Kosten müssen von der Stadt getragen werden

 

Antrag der Freien Wähler zur Kostenübernahme – Grundschulmensa


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