Aktuell: Diskussion kostenfreie Mobilität

Die von der Bundesregierung angestoßene Diskussion um kostenlosen Nahverkehr ist offensichtlich kein ernst zu nehmender Beitrag zur Lösung der Verkehrsprobleme vor Ort, solange die großen Parteien vollmundig Maßnahmen vorschlagen, die andere (Kommunen und Kreise) bezahlen. Ohne Finanzierungsvorschlag ist dies leider nur eine weitere Nebelbombe, um das Versagen der Parteipolitiker im Dieselskandal zu vertuschen und eine schnelle Schlagzeile zu platzieren.

Dabei hat diese Idee Potential.

Wer ernsthaft die Wirkung von kostenlosem/alles zum halben Preis-Nahverkehr in der Praxis testen will, kann z.B. damit anfangen einzelne Samstage bei Stadtfesten, Pferdemarkt oder einkaufsstarken Samstagen zu überschaubaren Kosten auszuprobieren und schrittweise das richtige (bezahlbare) Maß herauszufinden, um Belastungsspitzen effektiv zu reduzieren.

Die Freien Wähler  Ludwigsburg beschäftigen sich seit einigen Monaten intensiv mit dem Thema urbane Mobilität heute und sinnvolle Perspektiven für die Zukunft.

Nach einer Veranstaltung vor 2 Jahren mit den umliegenden Gemeinden, der IHK und der Region im Landratsamt und der internen Diskussion mit OB Spec, dem FW-Regionalrat  und Oberbürgermeister von Waiblingen Andreas Hesky, den Freien Wählern von Remseck und dem Ludwigsburger Verkehrsplaner Behnsen im letzten Herbst im Urban Harbor, haben wir beim BürgerDialog vor wenigen Tagen mit 30 Personen den Betriebshof der Ludwigsburger Verkehrslinien besichtigt und die neuen Busse in der Praxis getestet.

In der Diskussion hat sich für mich herauskristallisiert, dass bereits jetzt kostengünstige, unspektakuläre kleine Schritte möglich sind, den ÖPNV zu fördern und Vorrang zu geben, um die Zuverlässigkeit/Pünktlichkeit zu optimieren. Dies wollen wir zügig umgesetzt sehen, um so schnell für die Bürger die Mobilität in Ludwigsburg spürbar zu verbessern.

Wir Freien Wählern fordern eine ideologiefreie Diskussion um die Besten Lösungen für Ludwigsburg und die Region und Integrierte Mobilitätskonzepte, die – weg von traditionsreichen Grabenkämpfen zwischen 2- und 4-Radmobilität – der Gegenwart Rechnung tragen, und sehen, dass die meisten Menschen sowohl Fußgänger, Autofahrer, Nutzer des ÖPNV und Radfahrer sind.

Wir setzen uns ein für praktikable, sinnvolle Mobilitäts-Lösungen, die nicht erst in 15 Jahren die Staus reduzieren. Bodenständig. Jetzt.

Freien Wähler fordern Integrierte Mobilitätskonzepte mit Beschleunigung des ÖPNV in Ludwigsburg–

Der Vorsitzende des Ortsverbandes der Freien Wähler Jochen Zeltwanger und die stellvertretenden Vorsitzenden Barbara Watzl konnten beim „Freien BürgerDialog“ zum Thema Mobilität viele interessierte Bürger im Betriebshof der Ludwigsburger Verkehrslinien LVL begrüßen.

Die Chefin Corry Buchholz und der Betriebsleiter Frank Metzger präsentierten die verschiedenen Bus-Generationen der letzten 40 Jahre. Vom Retro-Klassiker, verschiedenen Hybrid-Typen bis zum modernsten Euro 6 Diesel stand alles für die Besucher zum Test bereit.
Vorrangiges Ziel aller neuen Busse ist eine tiefe Einstiegshöhe, um mit 1 Stufe einen barrierefreundlichen Einstieg zu ermöglichen. Damit wird der Platz für die Fahrzeugtechnik knapp und muss teuer -weil schlecht erreichbar- gewartet werden.

Bei den aktuell am Markt verfügbaren Elektrobusse, ist die Basis-Investition etwa doppelt so teuer wie bei üblichen Busse mit Dieselmotor, die verfügbaren Batterien reichen bei weitem noch nicht für eine Tagesrunde aus, sodass zusätzlich Ladestationen errichtet werden müssen. Erschwerend kommt hinzu, dass durch das größere Gewicht der Batterien die maximale Anzahl der Fahrgäste deutlich reduziert werden muß.

Alles Faktoren, die zu einem erhöhten Kostenaufwand im Betrieb führen, und die von vielen gewünschte Fahrpreisreduzierung im ÖPNV nicht gerade vereinfacht.
Die Ludwigsburger Verkehrslinien/Jäger sind bis heute ein Ludwigsburger Familienunternehmen, das seit Generationen von Frauen erfolgreich geführt wird.

Im Ausblick auf die Stadtbahn und RAPID-Bussysteme wurde schnell klar, dass nur eine Bevorrechtigung der Busse zu einer wirklichen Verbesserung des ÖPNV führen kann. Ich werden in den Verkehrsspitzen der Morgenstunden die meisten Menschen in die Stadt transportiert. Schade nur, dass in den letzten 10Jahren in Ludwigsburg die Anzahl der Bus-Spuren reduziert wurden, während Remseck mit dem Kreisvorsitzenden der Freien Wähler, Bürgermeister Balzer aktuell eine Bus-Beschleunigungsspur umsetzt..

Ohne Umdenken in diesem Punkt wird jeder Schnell-Bus oder auch eine Stadtbahn zur Standbahn. Ständiges Stopp und Go ist, wie aktuelle Untersuchungen zeigen, auch bei Stadtbahnen ein großer Feinstaublieferant und kann so nicht das Ziel einer intelligenten Mobilitätsplanung für Ludwigsburg sein.

Eine Chance zur Beschleunigung der Busse bieten oft kostengünstige, intelligente kleine Maßnahmen wie ein grüner Pfeil an Signalanlagen zum legalen Rechtsabbiegen oder der neue Ludwigsburger Verkehrsrechner, der Bussen eine bevorrechtigte Grünphase an den Ampelkreuzungen geben kann.
Die Busse der LVL sind Stand heute dafür gerüstet. Wir müssen es nur machen.
Corry Buchholz erläuterte beim BürgerDialog darüber hinaus, dass die Nachhaltigkeit bereits beim Bau des Betriebsgebäudes vor über 10 Jahren als wesentliche Unternehmensphilosophie umgesetzt wurde und auch heute bei täglichen Arbeiten wie der Bus-Waschanlage umgesetzt und gelebt wird.
Für den Busbetrieb zeigte Frank Metzger auf, dass in Ludwigsburg meist gleichzeitig 80 Busse bis nach Kornwestheim, Asperg oder Waiblingen fahren. Dabei sind Staus die größten Feinde eines zuverlässigen, pünktlichen Busbetriebs in der Stadt. Der wöchentliche Stau auf der Autobahn fährt ebenso zu regelmäßigen Bus-Verspätungen wie Dauerbaustellen an der Neckarbrücke, die einen Rückstau generieren, der auch die Buslinien blockiert.

Jochen Zeltwanger


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