28. April 1983, einige von uns waren damals noch nicht des Lesens mächtig, da erschien der STERN mit dem Aufmacher „Hitlers Tagebücher entdeckt“.

Das war die Geburtsstunde des größten Presseskandals des vergangenen Jahrhunderts. Der STERN hat sich bis heute von diesem Super-Gau – heute würde man sagen von diesen „fake news“ – nicht erholt. Zwei Wochen später war der Spuk dann vorbei, nachdem der STERN 9,3 Millionen DM bezahlt und kriminaltechnische Untersuchungen ergeben hatten, dass es sich bei den Kladden, in denen der Führer sein Innerstes nach Außen gekehrt hatte, um billige Nachkriegsware handelt.

Spätestens jetzt war allen klar, dass die Deutsche Geschichte nun doch nicht „in großen Teilen umgeschrieben“ werden muss.

Der Mann, der diesen Super-Gau ausgelöst und dem die komplette Entourage der Chefredaktion auf den Leim gegangen war, hieß Konrad Kujau, ein Antiquaria- und Militariahändler, der diese insgesamt 62 Kladden im Keller seines Einfamilienhauses in Bissingen „gepinselt“ hat.

Und nun, rund 35 Jahre später, hat der Bissinger Anitquitätenhändler und Kunstsammler Marc-Oliver Boger, in kaum 200 m Luftlinie von diesem Keller entfernt, in der Bahnhofstraße 55 ein Kujau-Museum eingerichtet.

Erstaunlich, was hier in den letzten Jahrzehnten aus allen Ecken unseres Planeten zusammenkam:

Originale Fälschungen der Hitlertagebücher, gefälschte Autographen von Geistesgrößen der europäischen Geschichte und Kulturgeschichte, Hunderte von „echt falschen“ Miros, Picassos, Renoirs, Boticellis, van Goghs, Monets, Dalis … bis hin zu Kuriositäten wie dem Marschallstab von Göring, der Kapitulationsurkunde des 3. Reiches oder der originalen Tür aus „Santa Fu“, hinter der Konrad Kujau seine Haftzeit abgesessen hat.

Wir hatten nun am 24. Januar 2018 (19:00 h) die Gelegenheit, vor der offiziellen Eröffnung in einer Sonderführung diese erlesenen Exponate zu sehen und deren Hintergrundgeschichten zu erfahren.

In der nahen Umgebung liegt fußläufig „Peters Steak Bar“eine kleine Kneipe wo auch Kujau nachts noch sein Bier trank. Diese kleine (aber feine) Kneipe öffnete an diesem Tag extra für uns die Türen.


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